Alltagsstress bei Jugendlichen
Klaus Hurrelmann, Jg. 1944, Dr. sc. pol., ist Professor an der Uni Bielefeld und Direktor des Institut für Bevölkerungsforschung und Sozialpolitik.
Eine Untersuchung über Lebenschancen, Lebensrisiken und psychosoziale Befindlichkeiten im Statusübergang.
In den siebziger Jahren gewann der Begriff Jugend eine neue Qualität. Jugendlichkeit wurde zum Idol und Vorbild aller Altersgruppen. Jugend wurde gleichgesetzt mit Gesundheit, Stärke, Belastbarkeit. Die vorliegende Studie zeigt, daß dieses Klischee nicht mehr aufrechtzuerhalten ist. Die sozialen Entwicklungen haben den Jugendlichen nicht nur mehr Chancen gebracht, ihre Individualität zu entfalten, sie haben ihnen auch eine Rechnung präsentiert. Die heute heranwachsende Generation wird durch die äußeren Lebensbedingungen belastet. Die ständige Gefährdung, den eigenen und fremden Anforderungen und Erwartungen nicht gerecht zu werden und angestrebte Ziele zu verfehlen, wird zu einer Art Dauerbedrohung, die problematische Formen der Belastungsregulation zur Folge haben kann. Die Untersuchung stützt sich auf die Materialien und die Ergebnisse einer Jugendstudie, die sich auf eine standardisierte Befragung einer repräsentativen Stichprobe von 17- bis 21jährigen und auf qualitative Interviews mit jungen Frauen und Männern bezieht. Auf dieser Basis zeichnet die Studie ein ungeschminktes Bild der Lebenssituation der Jugend in den 90er Jahren.
|